Der Sage nach soll in dieser Gegend ein alter Schreinermeister sein Handwerk betrieben haben. Ein Knabe stand ihm zur Seite, der statt seinen Aufgaben nachzukommen lieber in der Sonne lag und den Tag vorüberziehen ließ. Eines Tages erwischte der alte Meister den Jungen….liegend im Stroh mit einer Wurst in der Hand. Er zog ihm am Ohr und meinte “Komm in die Büchs……sonst gibt es was auf den Schinken” ……und so entstand der Name Büchsenschinken. Übersetzt für unsere junge Generation “Komm in die Hose……sonst gibt es was auf’s Hinterteil”

HERZLICH WILLKOMMEN IN BÜCHSENSCHINKEN

Im Osten von Hamburg, direkt vor den Toren der Oher Tannen und dem Sachsenwald, liegt das kleine Dorf Büchsenschinken und ist mittlerweile der fünfte Stadtteil von Reinbek im Bundesland Schleswig-Holstein und dem Landkreis Stormarn.

Fast genau in der Mitte zwischen Neu-Schönningstedt und Witzhave liegt die kleine Gemeinde mit seinen ca. 115 Einwohnern. Wir besitzen einen Briefkasten, 2 Bushaltestellen (Linie 333) in Richtung Trittau und auf der anderen Seite Richtung Glinde bis zur Steinfurther Allee. Büchsenschinken gehörte zum Nachbardorf Ohe und mit diesem seit 1897 zum neuen Amtsbezirk Ohe. Unsere Internetgeschwindigkeit beträgt ca. 2mBit und mit einer Hybridlösung der Telekom kommen wir manchmal sogar auf 10Mbit.


Die oben gezeigte Urkunde, bestätigte damals dem jungen Johann Daniel Witten den Erhalt des Grundbesitzes. ……

Johann Daniel Witten, geboren am 15 Februar 1791 Sohn der Eheleute Hans Witten und Anna Margaretha geb. Schütten, damals noch sesshaft in Witzhave, war es der im Jahr 1825 im Alter von ca. 34 Jahren Grund und Boden im Landkreis zu Trittau erworben hatte. Die ersten Jahre betrieb er dort Landwirtschaft, bis er später eine kleine Kate an der heutigen Möllner Landstraße eröffnete. Bis 1865 lautete der Oekelnamen (…also die Anschrift) für Büchsenschinken noch Ohe. Erst ab ca. 1865 wurde Büchsenschinken offiziell postalisch benannt.

Übrigens, fragt bitte nicht ständig nach Johann Daniel. Er lebt nicht mehr.

Auf Imploration (Ansuchen) des Anbauers Johann Daniel Witten zu Ohe, wegen Errichtung einer neuen Kathe (..wurde noch mit th geschrieben)..wird nach generell abgehaltener Besichtigung an der geteiltem Bericht, die obrigkeitsnahe Erlaubnis zur gedachten Kathe auf Bau dahin erteilt das gedachte Kathe auf dem Jägertrannten aus der Gemeinheit bewilligtem Land von Tafelwerk und Strohdach von Osten nach Westen 44 Fuß lang, von Norden nach Süden 31 Fuß breit von der Möllner Landstraße gegen Süden 16 Fuß entfernt zu erbauen, und Impretant verpflichtet, im Graben der Landstraße ein geräumiges Siel zur Überfahrt zu legen. Diese Genehmigung ist dem Brandaufseher und der Vogtei zur Beachtung vorzuzeigen und ergeht auch an die Beamten zu Reinbeck eine Abschrift davon. Reinbeck, 16. Jan. 1825 (Tatsächlich wurde Reinbek damals noch mit ck geschrieben.)


Frau Witten. Unsere älteste Bewohnerin in Büchsenschinken. Sie konnte uns noch tolle Geschichten von früher erzählen.

Alle hier auf der Seite erstellten Berichte, Ablichtungen und Fotos wurden von mir selbst erstellt. Unsere älteste Mitbewohnerin Frau Witten in Büchsenschinken (nicht verwandt mit Johann) hat mir in ihrem Fundus von alten Dokumenten und Fotos eine wahre Schatzkammer bereitgestellt. Diese Dokumente (Ablichtungen) findet ihr in keiner Bibliothek. Vielen Dank dafür.


Johann Daniel Witten erbaute also eine kleine Kate in Büchsenschinken. Fuhrleute die zwischen Hamburg und Lübeck ihre Wein und Salzfässer kutschieren, machten hier ihre Rast und übernachteten auch mal auf dem Heuboden. An manchen Tagen fuhren sich so einige Fuhrwerke auf der noch sandigen Möllner Landstraße auch mal fest. So entstand dann wohl auch die Sage, dass in der Gegend ein alter Schreinermeister sein Handwerk betrieben haben soll. Ein Knabe stand ihm zur Seite, der statt seinen Aufgaben nachzukommen lieber in der Sonne lag und den Tag vorüberziehen ließ. Eines Tages erwischte der alte Meister den Jungen….liegend im Stroh mit einer Wurst in der Hand. Er zog ihm am Ohr und meinte “Komm in die Büchs……sonst gibt es was auf den Schinken” ……und so entstand dann wohl der Name Büchsenschinken.

Die alte Kate in Büchsenschinken. Diese Zeichnung wurde um 1900 von dem Grafiker Pollex erstellt
Keine Ahnung wer von den beiden nicht in die Büch’s gekommen ist
Eine alte Zollbescheinigung für J.D. Witten, der auch Weinfässer gelagert hatte
Landwirtschaft in und um Büchsenschinken war noch echte Handarbeit. Erst viele Jahre später konnte sich Johann Daniel Witten die ersten Pferde leisten, die bei der Feldarbeit zumindest die Frauen entlastet hat.
Die Traktoren lösten dann die Pferde ab. Die Arbeit wurde einfacher. Heute, betreibt die Firma Beckedorf Frisch-Gemüse am Burgstall die Landwirtschaft mit modernen Landmaschinen.

und die Geschichte geht weiter….Wir schreiben das Jahr 1930. Die kleine Kate in Büchsenschinken welche von Johann Daniel Witten erbaut und betrieben wurde, wurde im Landkreis sogar bis Hamburg immer bekannter. Um 1930 erschien dann in einer Hamburger Zeitung folgender Bericht und eine neue Sage wurde geboren. Da gab es noch die altdeutsche Schrift.

Ich versuche mal einen Teil davon zu übersetzen.
Im Krug (es war dann wohl keine Kate mehr) „Büchsenschinken“ in der Nähe des Sachenwaldes steht nun einer dieser alten Wirtshäuser an der Landstraße. Immer noch war Johann Daniel Witten der Eigentümer und Schankwirt zu dieser Zeit. Da die alte Landstraße über Grande und Trittau in Richtung Oldesloe und weiter in nördlicher Richtung nach Kiel führte, war der Krug eine willkommene Anlaufstelle für die Fuhrleute die aus der Reichsstadt kamen. Schon in den frühen Morgenstunden ging es in dem Krug ein und aus. Bis in die späten Abendstunden trafen sich die Fuhrleute und erzählten ihre Geschichten. Anscheinend war Johann Daniel Witten kein Frühaufsteher. Und so kam es, dass die Fuhrleute in am frühen Morgen aus dem Bett schmeißen mußten.

Einer der Fuhrleute ging in Johann‘s Zimmer und weckte ihn mit den Worten. „Komm in die Büch‘s sonst gibt‘ was auf den Schinken „

und so soll der Ortsname Büchsenschinken benannt worden sein. Bis ca. 1840 hat J.D. Witten wohl die Gastwirtschaft für die Fuhrleute betrieben. Als dann die Eisenbahnstrecke Berlin – Hamburg gebaut wurde, verschwanden die reisenden Gefährten und mit ihnen eine Zeit der Romantik. Das Wirtshaus wurde später renoviert und galt nach dieser Zeit als Anlaufstelle für viele Wandersleute die durch den Sachsenwald und den Oher Tannen in Richtung Hahnenkoppel und weiter in Richtung Trittau oder Aumühle wanderten. Gerne erzählte der Wirt „Witten“ von den schönen alten Geschichten, die sich die Wandersleute bei einem Krug Wein angehört haben.

Ein Dokument aus dem Jahr 1865
Dieser Zollbegleitschein zeigt, dass unser J.D. Witten um 1865 wohl nicht mehr in der alten Kate gelebt hat. Vielleicht wurde es auch die erste Verpachtung. Neuer Inhaber der Kate war dann der Gastwirt Witten.


Aus dem Sandweg wurde eine geteerte Landstraße. Die „Möllner Landstraße“. Aus der Kate wurde eine etwas modernere Gaststätte. Der Verkehr zwischen Kiel, Bad Oldesloe in Richtung Reinbek und Hamburg nahm zu. Die Gaststätte bot nun ein reichhaltiges Menü an und es gab statt Brandwein endlich auch ein „Holsten“. Die Gaststätte „Zum Büchsenschinken“ wurde zu der Zeit gerne von Wandersleuten und Durchreisenden für eine Rast genutzt.

Treffpunkt „Zum Büchsenschinken“
Mittlerweile war die Schenke auch Anlaufpunkt für die angrenzenden Einwohner aus Witzhave, Ohe und Schönningstedt. Die Treffen fand bis in das Jahr 2006 statt. Ich war noch bei einen der letzten Treffen „Stammtisch“ dabei. In Glinde entstand das Zeug-Depot der Bundeswehr. Selbst die Transporter die mit ihren LKW-Kolonen aus Heide/Holstein durch Büchsenschinken nach Glinde fuhren, kehrten regelmäßig in der Gaststätte ein. Ich war als Transport-Unteroffizier einer davon. Es waren die Bratkartoffeln…..einfach lecker.

Treffpunkt Büchsenschinken
Ein altes Foto von der Möllner Landstraße. Es gab noch keine Bushaltestelle und auch keinen Briefkasten.

Viele Jahre, bis in die 2000’er, führte die Familie Witten die Gastwirtschaft in Büchsenschinken. Irgendwann stellte man dann fest, das die Schenke sanierungsbedürftig wurde. Es war wohl im Dachgeschoß mit viel Asbest ausgestattet. Herr Witten verstarb und Frau Witten wollte eigentlich die Schenke an die Kinder weitergeben. Kinder aber wollten nicht. Nach dem einige wenige Pächter versucht hatten die Gastwirtschaft aufrechtzuerhalten, wurde die Gastwirtschaft dann im Jahr 2008 abgerissen. Heute steht dort ein Einfamilienhaus.

Ich lebe nun seit fast 18 Jahren hier in Büchsenschinken und werde die Geschichte weiterverfolgen und am Leben erhalten. Die nun folgenden Informationen werde ich in einer kleinen Legende mit Bildern und Worten bis Heute verewigen. Einige Geschichten, News und Fotos findet ihr auch in meinen Blog‘s hier ->

Wenn ihr Fragen oder Anregungen zu dieser Geschichte oder Webseite habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren.
Meine E-Mail Adresse lautet : carsten.knak@buechsenschinken.de


  • Neues Gewerbegebiet
    Zwischen Büchsenschinken und Witzhave soll an der naheliegenden Autobahn A 24 ein neues interkommunales Gewerbegebiet entstehen.
  • Photovoltaik Anlage Reinbek
    Reinbek – Im Norden von Reinbek, südlich der Autobahn A24 und westlich der Ortslage Büchsenschinken möchte das Unternehmen MN PRO-JECTS GMBH auf einer Fläche von etwa 8,3 Hektar unmittelbar westlich des Kronshorster Weges eine Photovoltaik-Flächenanlage errichten. Dort wo ehemals Pferdeweiden zur Verfügung standen. 
  • Wo ist eigentlich das Problem?
    Der fünfte und letzte Stadtteil von Reinbek kriecht mit 2 mBit oder einer Hybridlösung durch das Netz.
  • Thema Nachhaltigkeit
    Seit vielen Jahren bekommen wir den Reinbeker Kurier von unseren freundlichen Austrägern und Austrägerinnen monatlich in den Briefkasten geworfen.

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