Eine Zeitreise durch Büchsenschinken

Alle Fotos, Urkunden und Dokumente die wir in unserem Geschichtsbuch zur Verfügung stellen, wurden freundlichst von der Familie Witten bereitgestellt. Alle Dokumente sind Eigentum von Frau Irma Witten.

Angeschrieben wurde Johan-Daniel Witten nach Ohe. Sein Besitz erhielt den Oekelnamen erst gegen 1865

Ogenblick, ick hev min Schinken noch nich in'ne Büchs"....und so hielten die Fuhrleute in Zukunft in Büchsenschinken an.

Die Chroniken von Büchsenschinken teilen...

Johann-Daniel Witten, Der Gründer von Büchsenschinken

Geburtsurkunde

Geburtsurkunde

Johan Daniel Witten. Die Urkunde wurde 1817 in Trittau erstellt.

Um 1800 bestand das heutige Büchsenschinken aus Ödland. Ein junger Mann, namens Johan - Daniel Witten, geboren im Jahr 1791, seine Geburtsurkunde haben wir tatsächlich in den Händen gehalten, stellte bei der Stadt Reinbek einen Antrag, um dort Land zu erwerben und wenig später dort auch eine Kate zu errichten.

In der Geburtsurkunde steht: Johann Daniel, des Einwohners zu Witzhave. Hans Witten und Anna Margaretha geb. Schütten ist nach Anzeige des hiesigen Taufregisters am 15 Februar des Jahres 1791 geboren worden.

....und hier die wahre Geschichte zu den Familien Witten und Büchsenschinken.

1815, Der Krieg brach aus

Als der Krieg ausbrach (es war wohl der Befreiungskrieg um Napoleon) , musste der junge Johann-Daniel Witten 1815 für einige Zeit sein Heimatort Witzhave verlassen. Auf Gesuch des Königlichen Dänischen Majors wurde Johann-Daniel nach Altona in Hamburg versetzt. Verwundet aber gesund, kam der junge Johann-Daniel dann einige Zeit später wieder zurück. Er hatte Pläne.
Unten seht ihr den Marschbefehl.

1825, Johann-Daniel Witten erwirbt Ödland

Johann-Daniel Witten, geboren in Witzhave, erkaufte sich im Jahre 1827, nur ca. 4 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt, ein Stück Ödland. Zu diesem Zeitpunkt muss der junge Witten so um die 36 Jahre alt gewesen sein.

Zuerst lebte der Johann-Daniel Witten dort von einer kleinen Landwirtschaft. Von dem so verdientem Geld, kaufte er sich sein erstes Pferd.

Steuerbefreiung

Bewillingsschreiben des Amtes Reinbek

Bewillingsschreiben des Amtes Reinbek

Nach einem Schreiben der königlichen Rentenkammer, hat dieselbe Bedenken getragen, das Gesuch des Anbauers Johann-Daniel Witten aus Ohe um fernere Freijahre für sein ihm zur Urbarmachung aus der dortigen Gemeinheit ausgewiesenen Heideländereien zu bewilligen. Für die ersten 3 Jahre brauchte der junge Witten keine Abgaben zu leisten. Erst ab dem Jahr 1830 wurden dann 17 Courant und 2 Silberschillinge für das Land fällig.

Wir schreiben den 16.Januar 1825. Der Junge Johann-Daniel Witten muss dann wohl so um die 34 Jahre alt gewesen sein. Er stellte einen Antrag bei der Stadt Reinbek. Die Antwort kam prompt.

Auf Imploration des Anbauers Johann-Daniel Witten zu Ohe, wegen Errichtung einer neuen Kate

Die Erwerbsurkunde

Auf Imploration (Dringender Bitte) des Anbauers Johann Daniel Witten zu Ohe, wegen Errichtung einer neuen Kate, wird nach generell abgehaltener Besichtigung die obrigkeitsnahe Erlaubnis zum Bau dahin erteilt, daß eine gedachte Kate auf dem Jägertranten aus der Gemeinheit bewilligtem Lande, von Tafelwerk und Strohdach von Osten nach Westen 44 Fuß lang, von Norden nach Süden 31 Fuß breit von der Möllner Landstraße gegen Süden 16 Fuß entfernt zu erbauen und Impretant (...steht wohl für Neuankömmling) verpflichtet, im Graben der Landstraße ein geräumiges Siel zur Überfahrt zu legen.

Diese Genehmigung ist dem Brandaufseher und der Vogtei zur Beachtung vorzuzeigen und ergeht auch an die Beamten von Reinbek mit einer Abschrift. 8 Reichsmark kostet J.H. Witten der Antrag zum Bau einer Kate auf seinem Grundstück.

Die Lehmkate und eine Sage

Johann-Daniel Witten erbaute eine Lehmkate mit Strohdach und nannte es sein Eigenheim. An seiner Kate vorbei, führte ein Sandweg. Den Weg benutzten die damaligen Fuhrleute um ihren Brandwein wohl nach Hamburg zu transportieren.

Der Sage nach, blieben die Fuhrleute mit ihren Karren oft im Sandweg stecken. Auch bei Nacht musste der junge Witten dann den Fuhrknechten helfen. Kam er nicht schnell genug heraus, so rief er den Fuhrleuten zu "Ick hev min Schinken noch nicht in'ne Büchs". Tja, daher wohl der Name Büchsenschinken.

  • Die alte Kate

    Die alte Kate

    Die Zeichnung wurde vom Grafiker Pollex nach einem alten Foto aus dem Jahr 1900 gefertigt. Diese Zeichnung hing noch sehr lange in der Gaststätte "Zum Büchsenschinken". Vielen Dank an Irma Witten.

  • Auf dem Feld

    Auf dem Feld

    Mit dem Erlös der ersten landwirtschaftlichen Arbeiten, kaufte sich der junge Witten sein erstes Pferd.

  • Die Kate mit dem Strohdach

    Die Kate mit dem Strohdach

    Johan Daniel Witten erbaute seine Kate in dem heutigem Büchsenschinken

  • Viele Jahre später.....

    Viele Jahre später.....

    Aus der kleinen Lehmkate von J.H. Witten entstand in Generationen der Wittens ein massives Haus mit eigenen Stallungen. Es entstand ein Ausschank für Brandwein und Bier.

Um 1865

Aus der kleinen Lehmkate von Johann-Daniel Witten entstand in Generationen der Wittens ein massives Haus mit eigenen Stallungen. Wenig später wurde die Lemkate erweitert und es entstand ein Gasthaus mit der Genehmigung Brandwein und Bier auszuschenken. Ein alter Zollschein bestätigte hier wohl die Lieferung von Brandwein.

Der Text: Zollbegleitschein und Fabrikationstest. Ich Theodor Schröder aus Mühlenbeck versende heute 3 1/2 Uhr nachmittags mit Witten aus dem Büchsenschinken nach dem Büchsenschinken 1/2 Tonne Brandwein. Das dieser Brandwein wirklich in meiner hiesigen Brandweinbrennerei verfertigt worden ist, wird hierdurch von mir attestiert. Dieser Zettel gilt bis 5 Uhr nachmittags.

Eine alte Rechnung aus dem Jahr 1865 an den Gastwirt Witten in Büchsenschinken über 1 Fass Brandwein von der Brandweinbrennerei aus Mühlenbeck.

Büchsenschinken wächst

Ein Nachfahre von Johann Daniel Witten, nämlich Otto der I., eröffnete um 1900 aus der alten Lehmkate einen neuen Gasthof mit dem Namen "Zum Büchsenschinken". Die Schenke wurde zum Mittelpunkt des Dorfes. Auf der Speisekarte wurde natürlich auch das legendäre Bauernfrühstück mit deftigem Schinken und Eiern angepriesen, welches aber nicht mit dem Ort in Verbindung steht. Dorfbewohner, Wandersleute und auch ansässige Kaufleute besuchten die Gastwirtschaft um dort zu speisen und sich die neusten Geschichten aus der Gegend zu erzählen.

1907

Gegenüber des Gasthauses "Zum Büchsenschinken" erbaut Heinrich-Otto Witten sein Haus, welches heute noch im Jahr 2020 von den Nachfahren der Familie Witten bewohnt wird. Auf dem Foto sehen wir wohl Heinrich-Otto Witten mit seinem Sohn Hans-Heinrich Witten.

1929

Das Haus der Poststelle in Büchsenschinken. Der Zustellbereich war Büchsenschinken, Schönau - Burgstall, Forsthaus Hahnenkoppel, Hahnenkaten. Die Poststelle wurde dann irgendwann durch einen Briefkasten ersetzt.

Ein paar alte Fotos

  • Das Haus Witten im Jahr 2020

    Das Haus Witten im Jahr 2020

    Noch gut erhalten wohnen dort die Nachfahren der Familie Witten.

  • Das Haus Witten 1907

    Das Haus Witten 1907

    Heinrich-Otto Witten erbaut gegenüber der Gaststätte "Zum Büchsenschinken" sein Haus. Es entstand 1907.

  • Büchsenschinken im Winter

    Büchsenschinken im Winter

    Nur wenige Häuser entlang der Möllner Landstraße. Heute zählt Büchsenschinken ca. 114 Einwohner und gehört als fünfter Stadtteil zu Büchsenschinken.

  • Zum Büchsenschinken

    Zum Büchsenschinken

    Es entstand ein Treffpunkt für Wandersleute, Einwohner von Büchsenschinken und ansässigen Kaufleuten aus den Nachbarorten.

Frau Irma Witten (80), erzählt uns ihre Geschichte

Ein Nachmittag bei Frau Witten

Sie erzählte uns ihre Geschichte.

An einem sonnigen Nachmittag trafen wir uns mit Frau Irma Witten (80) und ihren Kindern zu einem Plausch in ihrem Haus, wo einst die Gaststätte "Zum Büchsenschinken" stand. Mit ihrer Dokumentenmappe und vielen Fotos unterm Arm, erzählt Sie uns aus ihrem Leben in Büchsenschinken.

Seit 1957, also so ungefähr seit 63 Jahren, lebt Frau Witten nun in Büchsenschinken. Mit ihrem Mann Otto den VI., betrieb sie das Gasthaus "Zum Büchsenschinken" viele Jahre selbst. Es wurde viel gefeiert und die Anwohner in Büchsenschinken trafen sich regelmäßig zum Klönschnack. Frau Irma Witten erzählte uns, das in der alten Schenke noch selbst geschlachtet wurde. Wurst und Schinken wurden frisch auf den Teller gezaubert.

Das Gasthaus "Zum Büchsenschinken"

Eine Geschichte geht zu Ende

1982 verstarb leider der Mann von Frau Witten. Die Nachkommen von Otto VI. und Irma Witten wollten den Gasthof damals nicht übernehmen. Man versuchte es mit der Verpachtung des Gasthauses. Jedoch blieb in den Jahren der Erfolg der Gaststätte aus. Im Jahr 2008 wurde die Gaststätte abgerissen. Eine traditionsreiche Geschichte ging zu Ende.

Ich persönlich, erinnere mich noch an die Bundeswehrzeit in den 80'er Jahren. Auf den Weg zum Depot nach Glinde (Heute die "Alte Wache"). Wir hielten oft mit unseren Transportfahrzeugen an und bestellten uns das traditionelle Bauernfrühstück. Unsere Fahrzeuge haben sich glücklicherweise nicht festgefahren und sind alleine vom Parkplatz gerollt. So musste uns keiner der Familie Witten aus dem Sand helfen.

1960, Die Industriegebiete wachsen um Büchsenschinken herum

Das Betonwerk in Büchsenschinken

Hier eine Aufnahme von den Überresten des alten Werkes. Vermutlich noch von der Firma Bock & Schulte

Der Kiesabbau in der Gegend um Büchsenschinken gewann an Bedeutung. Um 1960 wurde das Betonwerk Bock & Schulte in Büchsenschinken gegründet. Ein paar Jahre später wurde das Betonwerk von der Firma HOLCIM übernommen. Nachdem die HOLCIM AG mit der Lafarge AG aus Frankreich fusionierte, musste der Standort wieder aufgegeben werden. Heute unterhält die Firma TBN Transportbeton Nord GmbH& Co. KG den Standort in Büchsenschinken.

1974 rückt Büchsenschinken dann näher an den Nachbarort Ohe und Reinbek heran.

- Die Firma Emmelheinz kommt nach Büchsenschinken
- Der Reitstall Büchsenschinken von Arndt Hönke siedelt sich in Büchsenschinken an.

2005

Der familiengeführte Betrieb Beckedorf Frischgemüse, der seid 1939 besteht, findet seinen Platz in der Nähe von Büchsenschinken (Burgstall) und produziert großflächig Gemüse. Weichen mußte so um 2004 der kleine Reitstall, der am Burgstall ansässig war. Die Pacht wurde nicht verlängert.

Bereits in der 3. Generation wird das Geschäft von der Familie Beckedorf betrieben. Jedes Jahr werden für die großen Flächen Erntehelfer gesucht. Einen Einblick des Betriebes könnt ihr hier einsehen. www.beckedorf-frischgemuese.de

Jetzt machen wir erstmal eine Pause und suchen weitere Fotos und Dokument aus der Gegend.......bis demnächst auf diesen Seiten.

Und fragt‘ nicht dauernd nach „Johann“!
`nen Johann haben wir hier nicht mehr!

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